Weibliche Strategien für den Aufstieg

Die Wuppertalerin Dr. Martina Mronga erklärt in einem Workshop, warum Frauen keine männlichen Eigenschaften brauchen, um Karriere zu machen.

Junge Frauen sind heutzutage oft hervorragend ausgebildet, doch ihre Qualifikationen und Fähigkeiten werden von Unternehmen noch immer zu selten genutzt. Auch werden Frauen für gleiche Leistungen immer noch schlechter bezahlt als Männer. Doch was sind eigentlich die Gründe?

„Es ist ein Mythos, dass in Organisationen allein Leistung über den Erfolg entscheidet“, rückte die promovierte Sozialökonomin Mronga ein gängiges Vorurteil gleich zu Anfang ihres Impulsvortrages in Wermelskirchen gerade. Auf Einladung des Frauennetzwerkes WiNGS und des Kompetenzzentrums Frau & Beruf (Competentia Region Köln) waren 26 Geschäftsfrauen und Unternehmerinnen in die Firma Steintex gekommen, um sich über Strategien zum Aufstieg für Frauen zu informieren. Dies gelang der Referentin auf humorvolle Art. Immer wieder brachte sie die Zuhörerinnen mit Anekdoten zu männlichem und weiblichem Karrierestreben zum Schmunzeln: „Männer haben meist 12 bis 13 Feuer im Eisen, während Frauen an den einen Prinzen glauben.“

Konkurrenzverhalten, Gestaltungsmotivation, der richtige Umgang mit Macht wie auch Eigeninitiative und Selbstdarstellung sind für Mronga ebenso bedeutende Aufstiegskompetenzen wie Leistung. „Diese mikropolitischen Fertigkeiten ermöglichen es, eigene Ziele und Anliegen durchzusetzen, Freiräume zu gestalten und sich vorteilhaft zu präsentieren.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel sei das als Frau in einem männerdominierten Umfeld ebenso gelungen wie Barack Obama, der als erster schwarzer Präsident in die Geschichte der Vereinigten Staaten einging.

Den Zuhörerinnen machte Martina I. Mronga Hoffung: „Frauen können genau wie Männer all diese Kompetenzen erlernen oder anpassen – nur eben in anderer Form.“ Das sollten sie auch, denn Karriereempfehlungen unterscheiden sich je nach Geschlecht.  Während bei Männern ein starkes und bestimmendes Auftreten, ein gewinnendes Lächeln und Schlagfertigkeit wichtige Kriterien sind, wird von Karrierefrauen natürliches Benehmen, Beharrlichkeit und intelligentes Argumentieren erwartet.

Allerdings: Karrierebezogenes Selbstbewusstsein ist etwas, was Frauen zwischen 20 bis 50 immer noch selten mitbringen. „Frauen verweilen länger auf Niederlagen“, berichtete Mronga, die Managerinnen und Manager darin unterstützt, in Führungspositionen zu gelangen. Sich jedoch dreimal hintereinander zu sagen: „Mensch, war ich gut!“, fiele den meisten Frauen weitaus schwerer als ihren männlichen Kollegen. Das konnte Ayse Tomris, kaufmännische Geschäftsführerin bei Steintex und WiNGS-Mitglied, nur unterstreichen. „Sie haben es heute auf den Punkt gebracht“, bedankte sie sich bei Martina Mronga für den unterhaltsamen wie auch lehrreichen Workshop.

Information

Competentia Region Köln – das Kompetenzzentrum Frau & Beruf, unterstützt in Kooperation mit der IHK Köln und dem Oberbergischen Kreis kleine und mittlere Unternehmen bei der Entwicklung von betrieblichen Maßnahmen zur Bindung und Gewinnung von weiblichen Fach- und Führungskräften. Projektträger ist die Stadt Köln. Gefördert wird Competentia vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen sowie vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

Gruppenbild

Worshop-Organisatorinnen (v. l. n. r.) Sabine Brinkmann (Competentia NRW), Dr. Martina Mronga, Anja Meyer (WiNGS) und Ayse Tomris (Steintex)

Foto: Miriam Dierks

Oktober 12th, 2017 by
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